Reisebericht einer Rucksackreise von Hanoi (Vietnam) über Ha Long, Saigon, Phnom Phen (Kambodscha), Siem Riep, Koh Samui, Koh Tao und Bangkok

 

22./23.03.04  à 1./2. Tag

Flug Frankfurt – Moskau – Hanoi

Ab ging es von Frankfurt Airport nach Moskau mit der russischen Staatsairline AEROFLOT um 23:55h. Moskau erreichten wir dabei um 04:00h Ortszeit. Erst um 08:20 ging es dann weiter nach Hanoi, wo die Landung gegen 21:30h erfolgte.

Der Flugpreis war für den Gabelflug mit 534Euro um über 40 Prozent günstiger als jener der Lufthansa oder andere dergleichen.

Für den vergünstigten Flug musste man natürlich mit einer russischen Aircraft des Hersteller Ilyushin vorlieb nehmen. Allen Befürchtungen zum Trotz, so schlecht war die Technik gar nicht! Allerdings war der Service - sofern man es so nennen konnte - mehr als dürftig! Außer "Coffee or Tea" brachen die Stewardessen kein englisches Wort heraus. Auch als mir das seltsame Essen "Pemka" serviert werden sollte, kristallisiert sich erst später heraus, das es sich hierbei um "pancake", also Palatschinken handelte. Die russichen Nebensitzer waren eine Wucht; der Wodka floß in Strömen und man konnte sich dem natürlich nicht entziehen! Bezüglich der Englischkenntnisse des Normalrussen, waren die Stewardessen mit ihren zwei angelsächsischen Wörtern eine wahre Pracht!

24.03.04 à 3. Tag

Hanoi

Den ganzen Tag hindurch hielt sich ein sehr leichter Nieselregen. Es war etwas ganz besonderes, da die Tröpfchen eine Mischung aus Spühregen und Neben waren! Das alles natürlich bei fast tropischer Wärme... In Hanoi wurden alle Sehenswürdigkeiten wie der Präsidentenpalast und der Ho-Chi-Minh-Tempel besucht. Letzterer ist nur vormittags bis 11h geöffnet.
Als Besonderheit in Hanoi gilt wohl das Wasserpuppenspiel.Von den Essenspreisen war ich sehr fasziniert, da gab es ein komplettes Mittagsmenü für gerade mal 10000Dong, das sind gerade mal knapp über 1Euro!

 

25.03.04 à 3. Tag

Hanoi - Ha  Long Bay - Cat Ba

Um 07:30h ging es mit einer vierstündigen Busfahrt und für 30 US-Dollar zu einer zweitägigen Fahrt nach Ha Long Bay. Das Gebiet mit besonderen senkrecht aus dem Wasser herausragenden Felsformationen ist 1500km² groß! Zuerst wurden die unter dem Weltkulturerbe der UNESCO stehenden zwei Höhlen mit fantastischen Stalaktiten besichtigt. Dazu fährt man mit dem Boot durch die Felsformationen. Anschließend gab es ein Gala-Dinner an Bord des Schiffes inmitten der romantischen Idylle.
Weiter ging es mit einer achtstündigen Fahrt mitten durch die Felsformationen auf die Insel Cat Ba. Sehr imposant, wenn man die Gegebenheiten betrachtet, es nimmt wirklich kein Ende. Viele "Monolithen" haben eine besondere Bedeutung und mit viel Phantasie kann man auch die von den Führern beschrieben Drachen, etc. erkennen. Glücklicherweise fand nach einer Fahrt von acht Stunden mit dem Schiff auf der Insel eine riesen Veranstaltung zu Ehren der Ankunft Ho-Chi-Minhs auf der Insel im Jahre 1960 statt. Interessant einmal die soziologische Verhaltensweise der Vietnamesen bei derartigen Feierlichkeiten zu beobachten. Besonders seltsam war die Karaoke-Show, welche wir Touristen mit einem klatschenden Beifall honorierten. Die Einheimischen verhielten sich dabei ohne jegliche körperliche oder emotionale Regung. Dafür wurde bis in die frühen Morgenstunden ununterbrochen gefeiert. Es erscheint dabei ja normal, daß es um acht Uhr bereits wieder weiter ging...

Eine besondere Lokalität ist das von einem Neuseeländer betriebene Pub inmitten des Ortes. Dort bin ich mit zwei Neuseeländern, zwei Engländern (beides akademische Weltenbummler-Paare) und zwei Mädels aus Norwegen bei mehreren Bier zusammen gesessen.

 

 

26.03.04 à 4. Tag

´Cat Ba Hanoi - Hue


Es ging wieder mit dem Schiff zurück auf das Festland nach Ha-Long-City. Nach einer genossenen Mahlzeit (alles war in den 30Dollar für den Ausflug inkludiert) wurde die Reisegruppe auch wieder gen Hanoi gebracht.
In Hanoi habe ich noch den Markt besucht. Es gibt über Nahrungsmittel, Kleidern bis hin zu Haushaltsgegenständen wirklich alles zu kaufen.
Bedeutend erscheint, dass bei brütender Hitze die Marktfrauen mit Schneidersitz inmitten des rundherum ausgebreiteten Fleisch sitzen und in unregelmäßigen Abständen die Fliegen mit einer Handbewegung vertreiben. Mir war bis zuletzt nicht richtig bewußt, ob diese dabei auf eine wundersame Fleischvermehrung durch Salmonellen spekulierten.
Nur nebenbei sei vermerkt, daß viele Marktbesucher sich mit dem Moped durch die engen Marktgassen bewegten und dabei dem Fleisch wahrscheinlich die Restwürze mit ihren Abgasen verliehen.

Meeresfrüchte konnten eben in zahllosen Varianten erworben werden. Erstaunlich dabei, wie die Tiere bei lebendigen Leibe gehäutet wurden!

Am Abend ging es mit dem Nachtbus über 530 Fahrtkilometer in Richtung Hue. Es war der Anfang einer langen Horrorreise aufgrund wahnsinnig schlechter Straßenverhältnisse.
Das Busticket selbst hat 30 US-Dollar gekostet und war für die komplette Fahrstrecke von Hanoi nach Saigon über fast 1700km gültig! Selbstverständlich handelte es sich dabei um die beste Kategorie mit Air-Conditioning. Die einheimischen Busse sind zwar um 10 US-Dollar günstiger, jedoch aufgrund des äußerst geringen Sitzabstandes für einen Durchschnitts-Europäer alles andere zu empfehlen.

 

 

27.03.04 à 5. Tag

Hue

 

 

07.06.02 à 6. Tag

L´Anse-au-Claire – Deer Lake

Nach einem spärlichen Frühstück in der B&B-Unterkunft radeln wir wieder in Richtung Quebec zur Fährstation. Zur Erläuterung: Die Fährstation befindet sich annähernd an der Grenze von Quebec und Labrador. Wir kochten auf einer Anhöhe nochmals zu Mittag, und konnten dabei den wunderschönen Blick über Labrador nach Neufundland genießen. Auf der Fähre war leider nur ein Lkw. Dieser versagte uns mitzufahren, was sich aber nach ein wenig "taktischer Kommunikation" auf der Überfahrt zum Positiven wendete. Hiermit zeigte sich, daß die offene Art von Patrick und mir für den besten Kontakt mit den Einheimischen sorgte... Wir waren sehr glücklich über diese Situation, da der Wind die Küste entlang äußerst scharf aus Gegenrichtung blies. Während der Überfahrt hatten wir schönstes Wetter. Ed fuhr einen leeren Lkw seines Onkel nach St. John´s. Wir konnten in dem größeren Lieferwagen unsere Räder aufstellen, wobei jeweils einer auf der Ladefläche bei geschlossenen Türen Platz nehmen musste. In Deer Lake zweigte sich die Straße in Richtung Süden und Osten. Da wir in Richtung Festland übersetzen wollten, trennten wir uns nach einem Restaurant-Besuch von Ed und seinem Onkel. Der Versuch ein legendäres Moose-Steak in einem der Lokale zu speisen war leider vergebens. Da es bereits wieder etwas später kurz vor der Dunkelheit gewesen ist, übernachteten wir in einem angrenzenden Wald im Zelt.

 

 

08.06.02 à 7. Tag

Deer Lake – Port-aux-Basque

Bereits um vier Uhr morgens standen wir am Truck-Stopp in Deer-Lake. Hintergrund ist die große Entfernung zum Fährhafen in Richtung Neu-Schottland, und das rechtzeitige Erreichen der Fähre. Wir wollten aufgrund der unsicheren Wetterverhältnisse schnellstmöglich die Insel Neufundland verlassen. Nach Rückfrage bei den zahlreich anwesenden Truck-Fahrern bekommen wir immer nur eine Auskunft: Entweder ist der Lkw versiegelt oder die Fahrer fahren Richtung Osten nach St. John´s. Ein Fahrer – Tony – erklärt sich bereit uns in seinem ca. 22m langen Umzugs-Truck mitzunehmen. Auf der Fahrt nach Port-aux-Basque lernen wir auch viel von der Region kennen. Tony ist um die dreißig Jahre alt und ein sehr netter Mensch. Er hält an allen Sehenswürdigkeiten an. Wir erfahren auch ein wenig vom Trucker-Leben. So erzählt er über die am Wegrand stehenden Ampeln, und dass die Trucks beim Leuchten der Ampeln ihren Versicherungsschutz verlieren. Hintergrund ist der, dass in dieser Gegend Windgeschwindigkeiten von 120 km/h zur Normalität gehören, und selbst vollbeladene Trucks einfach von der Straße wegfegt werden. In Port-aux-Basque angekommen, haben wir noch ein wenig Zeit die fantastische Hafenstadt zu besichtigen, und auf dem Hausberg ein Menü zu kochen. Die Fahrräder ließen wir in dem Truck, wobei wir auch noch die Fährgebühr für diese sparten. Als Besonderheit mussten wir feststellen, dass die Fähre bereits eine halbe Stunde (nach Ortszeit) vor der angegebenen Abfahrtszeit um 23:30 Uhr abfuhr. Eine Entwertung der Fahrkarten fand ebenso nicht statt...

09.06.02 à 8. Tag

Port-aux-Basque – Digby  è 18 km

Wir bewegen uns über die Nacht mit der Fähre nach Northern-Sydney in Nova Scotia (Neuschottland). Wir ruhten in den Sesseln. Gegen 07 Uhr morgens war die Ankunftszeit. Ursprünglich wollten wir von dort aus unsere Radtour fortsetzen, allerdings hatte das Wetter einmal wieder keinerlei Mitleid mit uns. Es war für die Jahreszeit sehr, sehr kalt. Zudem regnete es wiederholt. Wir hatten somit noch keinen einzigen Tag ohne Regen erlebt. Tony bot uns an, noch ein weiteres Stück mitzunehmen, schließlich möchte er ohnehin nach Toronto fahren... Wir willigten ein, und wollten bis Sussex in New Brunswick mitfahren. Dort besuchten wir ein Restaurant, und luden Tony zu Fish&Chips ein. Das Wetter war immer noch sehr regnerisch, und die Aussichten waren sehr schlecht. Aufgrund dessen bot uns Tony sogar an, gegen seine ursprüngliche Planung einen kleinen Umweg in Kauf zu nehmen, und uns nach St. John zu fahren. Diese Geste ist typisch für die Einwohner Neufundlands. Interessanterweise sind sie zwar ein sehr bequemes Volk (was sich auch an langen Wartezeiten an Supermarktkassen, etc. bemerkbar macht), jedoch sind diese andererseits sehr aufgeschlossen.

In St. John wollen wir die Fähre nach Digby erreichen, um von dort aus wieder auf den Landzipfel von Neuschottland überzusetzen. Da wir ausreichend Zeit haben, besuchen wir die Reverse-Falls bei strömendem Regen. Diese sind legendär, da bei Ebbe und Flut die Fließrichtung des Flusses einfach wechselt. In dieser Gegend hat es mit über 12m auch den größten Gezeitenunterschied der Erde. Wir lernen einen netten Polizeikollegen von der örtlichen Polizei kennen, und erfahren von ihm unter anderem, dass auf dem gesamten Festland Kanadas eine Helmpflicht für Fahrradfahrer herrscht. Allerdings ist die Verfolgung der mit 25$ ! bewährten Ordnungswidrigkeit gering... Auch hier tauschen wir die begehrten Ärmelabzeichen ein. Die Fähre setzt um 23 Uhr ab und kommt drei Stunden später in Digby an. Da es sehr dunkel war, übernachteten wir kurzerhand unmittelbar nach der Fährstation an einem Autoparkplatz im Zelt.

 

 

10.06.02 à 9. Tag

Digby – Yarmouth è 40 km

Wie erwähnt, kamen wir erst gegen 02 Uhr in Digby an. Wir kommen nur wenig zum Schlafen, da in den frühen Morgenstunden bereits wieder der Autoverkehr zu der Fähre einsetzt. Wir entschließen uns wieder aufgrund der Witterung zum nächsten Truck-Stopp zu fahren, um von dort aus eine Mitfahrgelegenheit zu erhalten. Leider versuchen wir es fünf Stunden lang vergebens. Ein Forstarbeiter erbarmt sich dann dennoch und nimmt uns mit seinem Pick-Up bis nach Bridgetown mit; zwar nur eine kurze Strecke, aber immerhin. Wir radeln weiter nach Middletown. Patrick hat einen Plattfuß am Hinterrad. Die Nerven sind bis zum Zerreißen angespannt, da die Winde wieder einmal ein normales Vorankommen unmöglich machen. Als Patrick den Plattfuß reparierte, kommt gerade Jeff mit seinem Post-Truck entgegen. Er bietet uns gegen seine Vorschriften an, bis nach Halifax mitzunehmen. Wir sind sehr froh über diese Gelegenheit, da wir zwischenzeitlich unsere Pläne dahingehend änderten, noch ein paar US-Städte und Umgebung zu erkunden. Jeff fährt täglich die komplette Runde um den Landzipfel. Wir kommen gegen 20 Uhr in Halifax an. Wir entscheiden, dass wir mit Jeff gegen 02 Uhr wieder bis nach Yarmouth mitfahren. Das Gepäck beließen wir auf dem Truck. In der Zwischenzeit konnten wir Halifax mit den Bikes ein wenig erkunden. Als besonders nennenswert erscheint mir dabei die Zitadelle. Allerdings wurden wir zu später Stunde beim Umrunden darauf aufmerksam gemacht, dass sich dort ein Strichgebiet für Homosexuelle befindet; wir entfernten uns umgehend aus dieser unbehaglichen Gegend. Besonders negativ fiel mir hierbei zum ersten Mal die typische Art und Weise der Müllentsorgung auf der Straße auf. Zum vereinbarten Zeitpunkt tauchte Jeff an dem Treffpunkt nicht auf. Nach einer viertel Stunde passierte ein weiterer Truck und fragte nach den „zwei Guys aus Germany“. Wir bejahten und uns wurde mitgeteilt, dass Jeff noch beschäftigt sei, aber etwas später komme. Bei Temperaturen um 2 Grad Celsius Mitte Juni!!! verharrten wir an besagtem Ort.

 

 

11.06.02 à 10. Tag

Yarmouth – Portsmouth

Auf der Fahrt von Halifax nach Yarmouth hatten wir ein wenig die Gelegenheit im Truck die Augen zu schließen. Bei Sonnenaufgang (vermeintlich, es war stark bewölkt – wie gewohnt) kamen wir an der Poststation an. Wir fuhren zum Hafen, und wollten uns noch etwas auf der Pier schlafen legen. Allerdings war auch dieses Vorhaben durch den einsetzenden Regen jäh nach einer Stunde unterbrochen worden. Wir besorgten uns das Fährticket zum Preis von 70$ für die Überfahrt nach Portland. Vor dem Befahren des Schiffes mussten wir die strengen Zollvorschriften passieren. So mussten unter anderem gefährliche Gegenstände wie Messer abgegeben werden, was vor allem aufgrund der Geschehnisse am 11. September basiert. Das Schiff entspricht typischen Anforderungen für den Amerikaner mit zahlreichen einarmigen Banditen, Bars, etc. Diese nutzten dieses Angebot auch zahlreich. Wir machten uns es in den wenigen Sitzgelegenheiten bequem. Die reine Fahrzeit beträgt 6 Stunden. In Portland – Bundesstaat Maine in den vereinigten Staaten – angekommen, regnet es zunächst wieder einmal in strömen. Nach der umfangreichen Einreisekontrolle – welche jeden Asylbewerber vor einer Einreise in die Bundesrepublik abhalten würde... – können wir auch wieder die asservierten Gegenstände in Empfang nehmen. Da es schon sehr dunkel wurde, entschließen wir uns auf eine Übernachtung in einer Herberge. Leider wurden wir dabei sowohl von YMCA abgewiesen. Weitere Unterkünfte waren ebenso besetzt. Patrick und mir war es in den dunklen Gassen sehr unwohl bei der Begegnung mit finsteren Gestalten. Wir entschieden uns zum Flughafen zu Fahren um dort ein Mietauto anzumieten, und in diesem auch die Nacht zu verbringen. Die Kosten für eine dreitägige Miete des Ford Windstar-Vans betragen 180US$ inklusive aller Gebühren. Wir starten die Tour in Richtung Boston und kommen noch bis nach Portsmouth, wo wir auf einem Hotelparkplatz im Auto übernachten.

 

 

12.06.02 à 11. Tag

Portsmouth – New Rochelle/New York

Wir fahren nach Boston. Es ist wieder regnerisch. Dort angekommen, stellen wir das Auto auf einen Park&Ride-Parkplatz am Flughafen und fahren mit der Metro in die Innenstadt. Dort folgen wir dem bekannten Freedom-Trail, welcher interessanterweise durch eine rote Markierungslinie quer durch die Stadt führt. Auf diesem Weg können wir alle Sehenswürdigkeiten der Stadt in einem Zug besuchen. Ein verirren ist ausgeschlossen. Ein großer Vorteil ist, dass Patrick durch vorhergehende Aufenthalte in den Staaten mit der Örtlichkeit bestens vertraut ist. Boston ist eine sehr interessante und schöne Stadt. Nach der ganztägigen Tour fahren wir weiter in Richtung New York. Dort übernachten wir in New Rochelle (nördlich der Bronx) wieder im Auto auf einem Parkplatz - nach Rückfrage - direkt neben der Polizei. Aus Gründen der Sicherheit ist es nicht empfohlen, im Auto zu übernachten. Uns erleichterte jedoch das Kollegendasein die Kommunikation mit den örtlichen Polizeibehörden ungemein.

 

 

13.06.02 à 12. Tag

New Rochelle/New York – Bedford

Wir fahren mit der Metro North nach NewYork-Manhattan. Auch hier wieder der große Vorteil dass Patrick sich bestens mit der Örtlichkeit auskennt. Wir machen eine Gewalttour und besuchen alle Sehenswürdigkeiten (Chrysler Building, Empire State Building, Wall Street, Times Square, Statue of Liberty, Brooklyn Bridge, Broadway, Madison Square Garden, Rockefeller Center, Ground Zero des zerstörten WorldTradeCenters und das UN-Hauptquartier). Wir fahren noch am späten Abend von New York in Richtung Vermont und übernachten in Bedford auf einem Highway-Parkplatz. Auch hier regnet es wieder...

 

 

14.06.02 à 13. Tag

Bedford – Quebec

Es geht durch den Bundesstaat Vermont in Richtung Burlington. Vermont ist ein wunderschöner Bundesstaat mir sehr großen Laubwäldern. Wir machen einen Zwischenstopp auf dem Emerald Lake State Park. Dies ist ein wunderschönes Freizeitgelände mit Camping-Parzellen für den geringen Eintritt von 2,50US$/Person. Wir machen uns in den sanitären Einrichtungen nach einigen Tagen Entbehrung ein wenig frisch. Dann geht es leider auch schon wieder weiter... Ursprünglich sollte in Burlington das Auto wieder abgegeben werden. Allerdings verlängerten wir aufgrund der schlechten Wetterverhältnisse und der schlechten Prognose für die nächsten Tage den Mietvertrag für weitere drei Tage. Wir passieren Montreals Vororte in Richtung Ost nach Quebec. 80km vor Quebec übernachten wir auf einem Autobahnparkplatz, da uns dieser Ort zwischen all den Trucks als sicher erscheint.

 

 

15.06.02 à 14. Tag

Quebec - Montreal

Es geht nach Quebec, wobei wir den Bus in die Innenstadt nehmen. Quebec ist eine sehr schöne und an französisches Flair angelehnte Stadt. Alles ist sehr übersichtlich und idyllisch. Diese Stadt ist überhaupt nicht typisch amerikanisch, da hier kaum Wolkenkratzer stehen. Alles ist klein und beschaulich. Besonders attraktiv ist die Zitadelle, welche in Richtung Saint Lawrence-Strom weist. Aufgrund der Größe hat man aber an einem Tag genügend gesehen. In dieser Stadt wird überwiegend französisch gesprochen. Die Leute sind sehr freundlich.

Nach einem beachtlichen Fußmarsch aus der Innenstadt fahren wir abends nach Montreal. Wir übernachten am Rande des Olympiaparks in einer kleinen Siedlung im Auto. Es regnet wieder einmal in strömen.

 

 

16.06.02 à 15. Tag

Montreal – Ottawa

An diesem regnerischen Tag spazieren wir durch das Olympiagelände von 1976 in Montreal. Das Gelände beinhaltet einige Sehenswürdigkeiten über die olympischen Spiele. Anschließend geht es nach Downtown. Wir sind enttäuscht über die Stadt, da diese wenige Attraktionen bietet und eher grau erscheint. Wir entscheiden uns so für einen frühzeitigen Abschied in Richtung Ottawa, der Hauptstadt Canadas. Dort müssen wir auch das Mietauto abgeben. Wir übernachten auf dem Parkplatz der Firma Compaq.

 

 

 

 

17.06.02 à 16. Tag

Ottawa – Ashton è 55 km

Wir fahren wieder früh morgens mit dem Bus in die Innenstadt. Auch hier ist das öffentliche Verkehrsnetz total veraltet, der Tagesfahrausweis jedoch 5$/Person kostet! Ottawa ist eine kleine und überschauliche Stadt mit wenigen Sehenswürdigkeiten, wobei das Parlament durch eine beschauliche Architektur besticht und eine (kostenlose) Besichtigung im Inneren sich allemal lohnt. Da es auch wieder regnet, brechen wir sehr früh auf, um unser Auto abzugeben, und mit dem Fahrrad noch einige Kilometer hinter uns zu bringen. Es geht auf den Weg in Richtung Kingston am Lake Ontario. Wir kommen bis Ashton, wo wir uns – total durchnässt – für eine Übernachtung entscheiden. Da überall das Land unter Wasser steht, fragen wir Anwohner nach einer Übernachtung in einer Scheune. Ein Holländer sorgt für eine Kontaktaufnahme mit seiner Nachbarin. In diesem Fall ließ sich sogar Patrick von der holländischen Fürsorge begeistern! Die Nachbarin, eine Lehrerin bietet uns ihre Scheune an, wobei wir auf windschiefen Bohlen zwischen allerlei Gartengeräten übernachten. Das Dach über dem Kopf war jedoch wichtiger als jede Bodenunebenheit.

 

 

18.06.02 à 17. Tag

Ashton – Westport è 103 km

Es geht durch eine sehr hügelige aber landschaftliche schöne Gegend weiter in Richtung Kingston. Überraschenderweise sehen wir eine Schildkröte auf der Straße. Eine Passantin erklärt uns, dass es sich hierbei um eine Snapping-Turtle handelt. Diese sind in all den Gewässern in großer Zahl vorhanden, und können einem Menschen bei unbedachter Annäherung problemlos einen Finger abbeißen! Wir übernachten auf einer Grünanlage vor einem Wohnhaus, wobei wir von Tina und ihrem Ehemann auch Wasser bekommen. In dieser Gegend war das überdurchschnittlich starke Niederschlagsaufkommen der letzten Wochen sehr deutlich an den überfluteten Zufahrten und Wiesenflächen deutlich zu sehen. Wir erfuhren, daß es zu dieser Zeit bereits dreimal mehr als die monatliche Durchschnittsmenge an Niederschlägen gegeben hat. Wohlgemerkt: Es war Mitte des Monats!!!

 

 

19.06.02 à 18. Tag

Westport – Adoplhustown è 83 km

Wir erreichen Kingston, die inoffizielle und frühere Hauptstadt Canadas. Dort ist die City-Hall, welche das ehemalige Parlament darstellt als besonders Sehenswert einzustufen. Leider befand diese sich in Renovierung. Auch die Archetektonik der Kirchen ist besonders wertvoll. Es geht auf der Road 33 in Richtung Toronto. Landschaftlich kann man diese zu den schönsten und verkehrsärmsten Straßen der Welt zum Biken nennen. Wir treffen dort sehr viele Leute aus Europa. Eine Gruppe von älteren Radlerinnen mit europäischer Abstammung ist voller Fürsorge um uns (Patrick kann sich kaum noch retten), und gibt uns noch einige Snack-Riegel mit auf den Weg. Gegen Abend erreichen wir den Camping-Platz von Adolphustown.  An dieser Stelle hatte Patrick zur alten Einstellung gegenüber Holländern gefunden, da der Platzwart ein äußerst penetranter und geldgieriger Holländer war: Für eine Gebühr von 16$! zelten wir am See.

20.06.02 à 19. Tag

Adolphustown - Sandbanks/Lake Ontario è 40 km

Morgens geht es von Adolphustown nach Picton. Dort überqueren wir mit einer kostenlosen Fähre den See um die Fahrt zum Lake Ontario fortsetzen zu können. Es regnet etwas auf dem Weg. Kurz bevor wir den Naturschutzpark der Sandbanks erreichen, ändert sich das Wetter und das Klima auffällig. Der Sandbanks-Provincial-Park ist durch ein eigenartiges mediterranes Klima ausgezeichnet. So findet man dort Sandstrände mit Sanddünen direkt am Lake Ontario vor. Der Sand war sehr aufgeheizt – obwohl es wie erwähnt zuvor wenige Kilometer weiter geregnet hat! – und das Barfußlaufen war aufgrund der Hitze fast unmöglich. Der Eintritt in den Park pro Camping-Parzelle mit eigenem Grillplatz kostet 21,50$. Der Nachbar warnt uns vor Stinktieren und Waschbären, welche in der Nacht die Parzellen aufsuchen, um dort Nahrungsmittel zu stibitzen. Wir bekommen von ihm einen Six-Pack Bier geschenkt.

21.06.02 à 20. Tag

Sandbanks/Lake Ontario

Aufgrund der wunderbaren Verhältnisse vor Ort beschließen wir noch einen weiteren Tag zu bleiben. Da jedoch ab diesem Tag die Hauptsaison beginnt, erhöht sich der Tagespreis für die Parzelle auf 24$. Unsere Camping-Nachbarn sind ein junges Pärchen aus Montreal, welche gerade zu einer einjährigen Nordamerika-Rundreise aufgebrochen sind. Wir verbringen schöne gesellschaftliche Stunden und genießen den Cognac...

 

 

22.06.02 à 21. Tag

Sandbanks/Lake Ontario – Presquile Provinzialpark è 80km

Als wir aufwachten, standen vor unserem Zelt wieder einmal zwei Bier mit einer netten Nachricht der bereits aufgebrochenen Nachbarn. Wir starten unsere Tour weiter in Richtung Presquile-Provinzialpark. Dieses Naturschutzreservat ist eine kleines Eiland mit einem Leuchtturm als Attraktion am See. Die Bedingungen sind jedoch weniger Attraktiv als an den Sandbanks, zudem hat es mal wieder Nieselregen. Wir lernen nette Studentinnen kennen, welche zu einer kleinen Abendparty einluden.

 

 

 

 

23.06.02 à 22. Tag

Presquile Provinzialpark – Port Hope è 75 km

Wir haben eine wenig interessante Fahrt zu den Toren Torontos mit viel Gegenwind nach Port Hope. Dort wollen wir auf einem Camping-Platz übernachten, jedoch ist dieser verwahrlost, und keiner fühlt sich zuständig. Auf Nachfrage bei den landwirtschaftlichen Betrieben wird uns zunächst keine Gelegenheit gegeben auf deren Gelände zu übernachten. Wir sind überrascht, da wir bis dato nur freundlich gesinnte Einheimische kennengelernt hatten. Ein Bauer erbarmt sich jedoch, und lässt uns auf seinem Rasen campieren.

 

 

24.06.02 à 23. Tag

Port Hope – Toronto è 102 km

Ursprünglich sollte der Weg nur bis nach Darlington führen, da aber auch hier wieder schlechte Camping-Möglichkeiten bestanden, setzten wir die Fahrt bis nach Toronto fort. Es war eine Fahrt auf Straßen mit geringem Verkehrsaufkommen. Die Distanz von den Vororten Torontos bis ins Stadtzentrum ist jedoch sehr groß (ca. 30 km). Wir kommen zu einer Jugendherberge in der Mutual-Street 160 im Herzen Torontos. Für 30$ bekommen wir ein Dreibett-Zimmer mit Klimaanlage, Küche, Fernsehraum und Blick auf die Skyline. Wir fragen beim örtlichen Polizeipräsidium nach einer Unterstellmöglichkeit für die Bikes. Dort gibt man uns – angesichts der Kollegialtät unter Polizeibeamten - die Möglichkeit die Räder in der Tiefgarage abzustellen. Auf unserer ersten nächtlichen Erkundungstour durch die Umgebung müssen wir feststellen, dass die Straßen sehr unsicher, und von zahlreichen finsteren Gestalten gesäumt sind.

 

 

25.06.02 bis 29.06.02

Wir besichtigen alle Sehenswürdigkeiten Torontos. Als besonders erwähnenswert ist der CN-Tower mit seinem Glasboden in luftiger Höhe anzusehen, welcher zu dieser Zeit das zweithöchste Gebäude der Welt darstellt. Weiters gibt es neben ausgezeichneter Shopping-Möglichkeiten im Eaton-Center die Möglichkeit Musicals zu besuchen. Kurz gefasst lohnt sich ein Besuch der nur 100km entfernten Niagara-Fällen mit einem Casino-Bus. Diese Art des Transits kostet nur 16$ (Geführte Rundfahrten mit Weinprobe kosten das Vielfache) und ist zeitlich vollkommen ausreichend, um die Wasserfälle in Ihrer bunten Beleuchtung bei Nacht zu besichtigen, und anschließend einen Besuch im Casino abzustatten.

 

 

30.06.02

Es geht auf den Heimflug von Toronto nach Stuttgart. Auf dem Flughafen in Toronto per Taxi angekommen (der Flughafen ist mit dem Fahrrad aufgrund der Highways als Zufahrststraßen nicht zu erreichen!!!) müssen wir feststellen, dass unsere Transporttaschen noch nicht angekommen sind. Nach langwierigen Reklamationen und Beschwerde - hierbei hatten wir mit extrem unfreundlichen Flughafenpersonal zu kämpfen – konnten wir doch noch kostenlos das Gepäck in mehreren Kartons mitnehmen. Leider war aufgrund der schlechteren Verpackungsmöglichkeit ein Gepäckschaden aufgetreten, welcher aber von der deutschen Schadensstelle finanziell erstattet wurde.

 

 

 

 

Mir erscheint für alle Nachahmer der Reiseroute eine Zusammenfassung angebracht.

 

 

In summa:

Aufgrund der großen Distanzen von den Siedlungen zueinander ist eine Radtour wenn überhaupt nur von West nach Ost angebracht, da hier nicht mit den kräftigen und berüchtigten Gegenwinden zu kämpfen ist. Das Wetter erscheint sehr instabil und kann binnen kurzer Zeit umschlagen. Laut Aussagen der einheimischen Bevölkerung fanden wir für die Jahreszeit extrem widrige Bedingungen mit den Niederschlägen vor. Grundsätzlich ist jedoch der Juli/August die bessere Reisezeit, da hierbei die Nachttemperaturen nicht um den Gefrierpunkt liegen. Die Bekleidung sollte auch für diese Temperaturen ausgelegt sein. In dieser Jahreszeit muß auch hierbei mit höherem Verkehrsaufkommen durch Touristen gerechnet werden.

Sowohl Flora als auch Fauna bieten für europäische Verhältnisse nie gesehene Artenvielfalt. Das hautnahe Erleben der Populationen ist einzigartig und bietet vor allem für Familien mit Kindern eine ständige Abwechslung.

Die Bevölkerung ist vor allem in Neufundland und Labrador mit herzlichster Gesonnenheit gerüstet. Dies gilt es durch eigene offene Art zu erhalten, und nicht durch eingebrachte Selbstherrlichkeit zu zerstören.